Beiträge mit dem Tag "Uniform Rapid Suspension System"

Erste Beschwerden nach dem Uniform Rapid Suspension System (URS) zurückgewiesen – Rechteinhaber scheitern an hoher Beweislast

2. April 2014 | Kategorien: Domainrecht, new gTLD, URS | Kein Kommentar

Im Zusammenhang mit der der Vergabe neuer Top-Level-Domainnamen wurde mit dem Uniform Rapid Suspension System (URS) ein weiterer Schutzmechanismus eingeführt, der es Markeninhabern ermöglicht, auf schnellem Weg gegen missbräuchliche Domainregistrierung und Domainbenutzung vorzugehen. Im Unterschied zu Verfahren nach der Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (UDRP) kann mit dem Verfahren nur eine Sperrung der unter dem betroffenen Domainnamen abrufbaren Webseite und nicht auch die umgehende Löschung oder Übertragung des Domainnamens erwirkt werden.

Das URS zielt ebenso wie die UDRP auf Fälle offensichtlicher rechtsverletzender Domainregistrierungen ab und die Anspruchsvoraussetzungen entsprechen denen der UDRP weitestgehend. Die Anforderungen an den Vortrag des Beschwerdeführers sind im Gegensatz zur UDRP jedoch höher: dieser muss im URS-Verfahren eindeutige und bestechende Nachweise („clear and convincing evidence“) vorlegen. Genau hier scheinen die Rechteinhaber die größten Probleme zu haben. Von den bislang 25 anhängig gemachten URS-Beschwerden wurden lediglich drei abgelehnt, diese jedoch gleichermaßen mit der Begründung, dass der jeweilige Beschwerdeführer seinen Anspruch nicht hinreichend nachgewiesen habe. Wörtlich heißt es in den Entscheidungen:

Virgin Enterprises Limited v. lawrence fain, NAF Claim No. 1545807 (<branson.guru>)

„Further, the only use of the disputed domain name that has been provided by Complainant is what appears to be a generic, monetized parking page for the registrar, Go Daddy, which does not appear to include any references to Complainant, Richard Branson or the BRANSON trademark.

Taken together, these issues – that is, failure to establish in the record that the relevant trademark is strong plus the absence of any evidence that the domain name is currently being used in a manner that is associated with that trademark – do not convince this Examiner by clear and convincing evidence that the Registrant has no legitimate right or interest to the domain name or that the domain was registered and is being used in bad faith.“

Heartland Payment Systems, Inc. v. Whois Privacy Protection Service, Inc.; Kyle Ramsey, NAF Claim No. 1547394 (<heartland.holdings>)

„Further, the only use of the disputed domain name that has been provided by Complainant is what appears to be a generic, monetized parking page that includes references to numerous “Related Links” that appear to bear no association with the HEARTLAND trademark (such as “Heartland College,” “Heartland Institute” and “Heartland Poker Tour”) and “Sponsored Listings” that also appear to bear no association with the HEARTLAND trademark (such as those titled “Watch TV Episodes Online” and “Free Printable Coupons”). Although the website also includes other links that are related to the HEARTLAND trademark (such as “Heartland Payment” and perhaps “Heartland Bank”), these are less prominent and appear to be incidental.

Taken together, these issues – that is, failure to establish in the record that the relevant trademark is exclusively or most commonly associated with Complainant plus the absence of any evidence that the domain name is currently being used in a manner that is exclusively or strongly associated with that trademark – do not convince this Examiner by clear and convincing evidence that the Registrant has no legitimate right or interest to the domain name or that the domain was registered and is being used in bad faith.“

Heartland Payment Systems, Inc. v. Redwood Capital, NAF Claim No. 1547419 (<heartland.ventures>)

„Further, the only use of the disputed domain name that has been provided by Complainant is what appears to be a generic parking page provided by the Registrar, which includes the text “Featuring the future site for: www.heartland.ventures” along with some technical details and small display advertisements for services unrelated to the HEARTLAND trademark (such as those bearing the text “SSL Security” and “Email Hosting”).

Taken together, these issues – that is, failure to establish in the record that the relevant trademark is exclusively or most commonly associated with Complainant plus the absence of any evidence that the domain name is currently being used in a manner that is associated with that trademark – do not convince this Examiner by clear and convincing evidence that the Registrant has no legitimate right or interest to the domain name or that the domain was registered and is being used in bad faith. The Examiner is further unconvinced that a registrant’s speculation in domain names is, without more, sufficient under the URS to establish bad faith.“

Im Ergebnis zeigt sich, dass die Einleitung eines URS-Verfahrens wohlüberlegt werden sollte. Da der Beschwerdeführer mit seinem Vortrag auf 500 Worte beschränkt ist, sind die Möglichkeiten, den Panelist in nicht eindeutigen Fällen zu überzeugen, sehr begrenzt.

IBM gewinnt erstes URS-Verfahren um Domainregistrierungen unter neuen Top-Level-Domains (ibm.guru, ibm.ventures)

17. Februar 2014 | Kategorien: Domainrecht, new gTLD, URS | Kein Kommentar

Screenshot ibm.guru

Screenshot ibm.guru

Nur sieben Tage nach Einreichung wurde der ersten Beschwerde gegen Domainregistrierungen unter den neuen Top-Level-Domains nach dem Uniform Rapid Suspension System (URS) stattgegeben. In dem Verfahren betreffend der Domainnamen „ibm.guru“ und „ibm.ventures“, die durch eine natürliche Person aus den USA registriert und auf Webseiten der Beschwerdeführerin weitergeleitet worden waren, ordnete das Schiedsgericht die Suspendierung der Domainnamen an (International Business Machines Corporation v. Denis Antipov, NAF Claim No. 1542313).

Das Beschwerde-Panel sah es als erwiesen an, dass der Domaininhaber keine Rechte oder berechtigte Interessen an den Domainnamen hat und die Domainnamen bösgläubig registriert und benutzt wurden. Im Zusammenhang mit der bösgläubigen Registrierung stellte das Panel auf die Trademark Claim Notice ab, die der Domaininhaber vor Registrierung der Domainnamen auf Grund des Markeneintrags der Beschwerdeführerin für die Marke „IBM“ im Trademark Clearinghouse (TMCH) erhalten hatte:

The Respondent is required to have clicked on the GoDaddy notice „Acknowledge Claim“ when presented with the Trademark Claims Notice to complete registration of the name. Respondent at the time of registration of the disputed domain names knew of the existence of the Complainant’s trademarks. 

IBM macht erstes Verfahren nach dem Uniform Rapid Suspension System (URS) für ibm.guru und ibm.ventures beim National Arbitration Forum anhängig

7. Februar 2014 | Kategorien: Domainrecht, URS | 4 Kommentare

Nur einen Tag nach dem Start der ersten Live-Registrierungphasen für Domainnamen unter den neuen Top-Level-Domains hat die International Business Machines Corporation (IBM) ein Verfahren nach dem Uniform Rapid Suspension System (URS) beim National Arbitration Forum (NAF) anhängig gemacht. Das Verfahren betrifft die Domainnamen „ibm.guru“ und „ibm.ventures“, die beide durch eine natürliche Person in Jersey City, New Jersey, USA, registriert und bislang nicht aktiv genutzt wurden. Es bleibt abzuwarten, ob IBM vor dem Hintergrund der bislang fehlenden Benutzung der Nachweis gelingt, dass es sich um offensichtlich rechtsverletzende Domainregistrierungen handelt.

Bislang gibt es nur eine URS-Entscheidung, die den Domainnamen „facebok.pw“ betraf.

facebok.pw – Erste Entscheidung nach dem Uniform Rapid Suspension System (URS) ergangen

20. November 2013 | Kategorien: Domainrecht, URS | 5 Kommentare

Screenshot facebok.pw

Mit dem Uniform Rapid Suspension System (URS) wurde im Zuge der Einführung der neuen Top-Level-Domains ein weiterer Schutzmechanismus eingeführt, der es Markeninhabern ermöglicht, auf schnellem Weg gegen missbräuchliche Domainregistrierung und Domainbenutzung vorzugehen. Dabei kann im URS-Verfahren im Gegensatz zum Verfahren nach der Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (UDRP), in dem die Löschung oder Übertragung eines Domainnamens beantragt werden kann, nur die Stilllegung erwirkt werden.

Die neuen Top-Level-Domains wurden noch nicht einmal eingeführt (aktuell läuft die erste Sunrise-Phase), da wurde schon die erste URS-Entscheidung veröffentlicht. Die .PW Registry, die die ccTLD “.pw” (Palau) als “Professional Web” vermarktet, hatte bereits im Sommer dieses Jahres das URS-Verfahren für Second-Level-Domains unter der TLD „.pw“ für verbindlich erklärt und ermöglichte auf diesem Weg die erste URS-Entscheidung noch vor Einführung der neuen Top-Level-Domains.

Der Sachverhalt im Fall um „facebok.pw“ (Facebook Inc. v. Radoslav, NAF Claim No. 1515825) scheint sehr eindeutig gewesen zu sein, so dass zu Gunsten der Antragstellerin entschieden wurde. Unter dem Domainnamen ist noch bis zum Ende des Registrierungszeitraums ein Hinweis abrufbar, dass die Webseite stillgelegt wurde.

Weitere Einzelheiten zum URS-Verfahren finden Sie im Beitrag Uniform Rapid Suspension System (URS).

.PW Registry führt Uniform Rapid Suspension System (URS) ein

31. Juli 2013 | Kategorien: Domainrecht, URS | Kein Kommentar

Mit dem Uniform Rapid Suspension System (URS) wurde im Zuge der Einführung der neuen Top-Level-Domains (new gTLDs) ein weiterer Schutzmechanismus eingeführt, der es Markeninhabern ermöglicht, auf schnellem Weg gegen missbräuchliche Domainregistrierung und Domainbenutzung vorzugehen. Noch vor dem Launch der ersten new gTLD wurde das Uniform Rapid Suspension System (URS) nun von der .PW Registry, die die ccTLD „.pw“ (Palau) als „Professional Web“ vermarktet, übernommen. Somit steht Rechteinhabern ab sofort auch der im Vergleich zum Verfahren nach der Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (UDRP) günstigere Weg des URS-Verfahrens offen, um gegen die missbräuchliche Registrierung und Benutzung von Domainnamen unter der ccTLD „.pw“ vorzugehen.

National Arbitration Forum gibt Kosten für URS-Verfahren bekannt: US$ 375,00 – US$ 500,00

22. April 2013 | Kategorien: Domainrecht, Domains, URS | Kein Kommentar

Das National Arbitration Forum (NAF), das als erster Streitbeilegungsanbieter für Verfahren nach dem Uniform Rapid Suspension System (URS) benannt wurde, hat heute den Entwurf seiner Supplemental Rules veröffentlicht. Die Verfahrensgebühren sind, wie auch schon bei Verfahren nach der Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (UDRP), nach der Anzahl der streitgegenständlichen Domainnamen wie folgt gestaffelt:

  • 1-15 Domainnamen: US$ 375,00
  • 16-50 Domainnamen: US$ 400,00

  • 51-100 Domainnamen: US$ 450,00
  • ab 100 Domainnamen: US$ 500,00

Falls sich der Domaininhaber gegen eine Beschwerde, die mehr 15 Domainnamen betrifft, verteidigen will, muss dieser ebenfalls eine Gebühr einzahlen, die allerdings wieder an die obsiegende Partei ausbezahlt wird. Diese ist wie folgt gestaffelt:

  • 16-50 Domainnamen: US$ 400,00
  • 51-100 Domainnamen: US$ 450,00
  • ab 100 Domainnamen: US$ 500,00

Weitere Einzelheiten zum URS-Verfahren finden Sie in meinem Beitrag „Uniform Rapid Suspension System (URS)„.

new gTLD: Asian Domain Name Dispute Resolution Centre (ADNDRC) ist zweite Streitbeilegungsstelle für Verfahren nach dem Uniform Rapid Suspension System (URS)

22. April 2013 | Kategorien: Domainrecht, Domains, URS | Kein Kommentar

ICANN gibt bekannt, dass das Asian Domain Name Dispute Resolution Centre (ADNDRC) als zweite Streitbeilegungsstelle für Verfahren nach dem Uniform Rapid Suspension System (URS) akkreditiert wurde. Mit dem Uniform Rapid Suspension System (URS) sollte im Zuge der Einführung der neuen Top-Level-Domains ein weiterer Schutzmechanismus eingeführt werden, der es Markeninhabern ermöglicht, auf schnellem Weg gegen missbräuchliche Domainregistrierung und Domainbenutzung vorzugehen. Ausführlichere Informationen zum URS finden Sie im Beitrag Uniform Rapid Suspension System (URS).

ICANN veröffentlicht Uniform Rapid Suspension Procedure und Uniform Rapid Suspension Rules

6. März 2013 | Kategorien: Domainrecht, Domains, URS | Kein Kommentar

Nachdem mit dem National Arbitration Forum ein erster Streitbeilegungsanbieter gefunden werden konnte, hat die ICANN nun die Uniform Rapid Suspension Procedure und Uniform Rapid Suspension Rules veröffentlicht. Mit dem Uniform Rapid Suspension System (URS) sollte im Zuge der Einführung der neuen Top-Level-Domains ein weiterer Schutzmechanismus eingeführt werden, der es Markeninhabern ermöglicht, auf schnellem Weg gegen missbräuchliche Domainregistrierung und Domainbenutzung vorzugehen.

Nach § 1.2.6 der Procedure kann eine Webseite gesperrt werden, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

1.2.6 An indication of the grounds upon which the Complaint is based setting forth facts showing that the Complaining Party is entitled to relief, namely:

1.2.6.1. that the registered domain name is identical or confusingly similar to a word mark: (i) for which the Complainant holds a valid national or regional registration and that is in current use; or (ii) that has been validated through court proceedings; or (iii) that is specifically protected by a statute or treaty in effect at the time the URS complaint is filed.

a. Use can be shown by demonstrating that evidence of use – which can be a declaration and one specimen of current use in commerce– was submitted to, and validated by, the Trademark Clearinghouse)

b. Proof of use may also be submitted directly with the URS Complaint. and

1.2.6.2. that the Registrant has no legitimate right or interest to the domainname;and

1.2.6.3. that the domain was registered and is being used in bad faith.

A non-exclusive list of circumstances that demonstrate bad faith registration and use by the Registrant include:

a. Registrant has registered or acquired the domain name primarily for the purpose of selling, renting or otherwise transferring the domain name registration to the complainant who is the owner of the trademark or service mark or to a competitor of that complainant, for valuable consideration in excess of documented out-of pocket costs directly related to the domain name; or

b. Registrant has registered the domain name in order to prevent the trademark holder or service mark from reflecting the mark in a corresponding domain name, provided that Registrant has engaged in a pattern of such conduct; or

c. Registrant registered the domain name primarily for the purpose of disrupting the business of a competitor; or

d. By using the domain name Registrant has intentionally attempted to attract for commercial gain, Internet users to Registrant’s web site or other on-line location, by creating a likelihood of confusion with the complainant’s mark as to the source, sponsorship, affiliation, or endorsement of Registrant’s web site or location or of a product or service on that web site or location.

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