Beiträge mit dem Tag "NAF"

Oakley, Inc. verliert UDRP-Verfahren um MyFakeOakleySunglasses.com

28. August 2012 | Kategorien: Domainrecht, UDRP | Kein Kommentar

Ein Schiedsgericht beim National Arbitration Forum (NAF) hat die UDRP-Beschwerde der Oakley, Inc. gegen den Inhaber des Domainnamens „myfakeoakleysunglasses.com“ zurückgewiesen (Oakley, Inc. v. H intel, NAF Claim No. 1454892). In seiner Entscheidung ging der Schiedsrichter davon aus, dass zwischen dem Domainnamen und den OAKLEY-Marken keine Verwechslungsgefahr im Sinne der UDRP bestehe, da der Bestandteil „Fake“ klarstelle, dass es sich bei den angebotenen Waren nicht Produkte der Markeninhaberin handele und die Internetnutzer die Webseite gerade aus diesem Grund besuchen würden:

Complainant also asserts that Respondent’s <myfakeoakleysunglasses.com> domain name is confusingly similar to Complainant’s OAKLEY mark.  Clearly, the addition of the descriptive word “sunglasses” does not adequately distinguish Respondent’s domain from Complainant’s mark.  Complainant did not address the issue of whether the phrase “MyFake” to the beginning of the disputed domain name adequately differentiated the disputed domain from Complainant’s mark.  This is probably because no cases have been decided that address this issue.

There have been three cases where the domain name included the word “replica” at the end of the domain name, all of which resulted in a finding the disputed domain name was confusingly similar to the related mark without much discussion, eLuxury.com Inc. v WangJunJie, FA1075554 (Nat. Arb. Forum Nov. 30, 2007), Louis Vuitton Malletier S.A., L.L.C. v Iani Derdena, FA1178961 (Nat. Arb. Forum May 29, 2008) and American Express Marketing & Development Corp. v BCR / John Hayes, FA1449262 (Nat. Arb. Forum July 21, 2012).  The test under the UDRP is whether the domain name is “identical or confusingly similar”; not whether there is “confusion” nor whether the disputed domain name merely contains Complainant’s mark.

Complainant’s mark and the disputed domain name are not identical; they almost never are.  This Panel does not see a confusing similarity between Complainant’s mark and the disputed domain name, see Homer TLC, Inc. v GreenPeople, FA550345 (Nat. Arb. Forum October 25, 2005).  Everybody knows what the work “fake” means.  The word “fake” appears before the trademark in the domain name.  The web site makes it pretty clear these are counterfeit goods.  People are going to this web site because they know it isn’t affiliated with Complainant.  People are buying these good because the purchasers want to pretend they are Complainant’s goods.  While it would seem obvious there is trademark infringement, that is not the test under the UDRP.

Die Entscheidung ist in diesem Punkt höchst fragwürdig. Die ganz überwiegende Mehrheit der Schiedsgerichte geht davon aus, dass das Erfordernis der „confusing similarity“ im Sinne des § 4(a)(i) der UDRP immer dann erfüllt ist, wenn ein Domainname die Marke des Beschwerdeführers enthält, auch wenn darüber hinaus weitere beschreibende Bestandteile im Domainnamen enthalten sind. Insoweit ist anerkannt, dass sich die Anforderungen an eine verwechslungsfähige Ähnlichkeit nach der UDRP von denen im klassischen Markenrecht unterscheiden.

Die Argumentation des Schiedsrichters erinnert an die bereits kurz nach Einführung der UDRP im jahr 1999 begonnene und langjährig geführte Diskussion, ob Domainnamen, die sog. pejorative Zusätze („sucks“, „fraud“ u.ä.) enthalten, mit einer Marke verwechslungsfähig ähnlich im Sinne der UDRP sein können. Hier wurde vornehmlich von US-amerikanischen Schiedsrichtern unter Verweis auf Entscheidungen US-amerikanischer Gerichte die Mindermeinung vertreten, dass die Hinzufügung pejorativer Zusätze eine Verwechslungsgefahr schlicht ausschließe, da kein vernünftiger und umsichtiger Internetnutzer („reasonably prudent user“) einen entsprechenden Domainnamen mit einer Marke verwechseln würde. Diese Auffassung dürfte heute als gänzlich überholt angesehen werden und wurde, soweit ersichtlich, zuletzt 2010 von einer US-amerikanischen Schiedsrichterin vertreten (Gary Kompothecras v. ProLawUSA, NAF Claim No. 1328818, <askgarysucks.com>; Toyota Marin v. Issue Click a/k/a The IssueClick Group, NAF Claim No. 1303054, <toyotamarinsucks.com>).

UDRP: BigAirFans.com nicht verwechslungsfähig mit Marke BIG ASS FANS

15. August 2012 | Kategorien: Domainrecht, UDRP | Kein Kommentar

Ein unter der Marke BIG ASS FANS auftretender US-amerikanischer Hersteller von Ventilatoren (was auch sonst) scheiterte bei dem Versuch, den Domainnamen „BigAirFans.com“ im Wege des UDRP-Verfahrens übertragen zu bekommen (Delta T. Corporation v. Yang hui, NAF Claim No. 1449126). Der Schiedsrichter sah schon keine Ähnlichkeit zwischen der Marke des Beschwerdeführers und dem Domainnamen, die nach § 4(a)(i) der UDRP für einen Übertragungsanspruch erforderlich ist:

Complainant asserts that the <bigairfans.com> domain name is confusingly similar to its BIG ASS FANS mark. The Panel notes that the disputed domain name contains the middle word “air” rather than “ass”. The Panel finds this change to the disputed domain name to be highly significant since the other two words in the BIG ASS FAN mark appear to be descriptive and the word “Ass” appears to be the dominant portion of the mark.  This Panel therefore finds that the <bigairfans.com> domain name not to be confusingly similar to Complainant’s mark.

Bislang 16 UDRP-Verfahren gegen „.xxx“-Domains

27. Februar 2012 | Kategorien: Domainrecht, UDRP | Kein Kommentar

Neben den fünf UDRP-Verfahren um „.xxx“-Domains, über die bereits berichtet wurde, sind zwischenzeitlich weitere UDRP-Verfahren gegen Inhaber von „.xxx“-Domains anhängig gemacht worden:

  • utsystem.xxx, NAF Claim No. 1428670
  • baylorgirls.xxx, NAF Claim No. 1429318
  • tdbank.xxx, NAF Claim No. 1429679
  • femjoy.xxx, WIPO Case No. D2012-0226
  • kayjewelers.mobi, WIPO Case No. D2012-0192
  • finansbank.xxx, WIPO Case No. D2012-0111
  • borcelik.xxx, WIPO Case No. D2012-0083
  • borusanholding.xxx, WIPO Case No. D2012-0082
  • denizbank.xxx, WIPO Case No. D2012-0074
  • bgz.xxx, WIPO Case No. D2012-0375
  • hemnet.xxx, WIPO Case No. D2012-0339

Die Verfahren um „heb.xxx“ und „richardbranson.xxx“ wurden zwischenzeitlich entschieden, die Beschwerde gegen den Inhaber des Domainnamens „foxstudios.xxx“ wurde zurückgenommen.

UDRP: Nichtnutzung eines Domainnamens automatisch bösgläubig?

31. Januar 2012 | Kategorien: Domainrecht, UDRP | 1 Kommentar

Ein Schiedsgericht beim National Arbitration Forum hatte über die UDRP-Beschwerde des Autovermieters Enterprise Holdings, Inc. gegen den Inhaber des Domainnamens <me-enterprise.com> zu entscheiden und ordnete die Übertragung des Domainnamens an (Enterprise Holdings, Inc. v. ipage.com / iPage Hosting, NAF Claim No. 1421224). Das Schiedsgericht machte es sich bei der Begründung des Übertragungsanspruchs allerdings zu einfach. Continue

Erste UDRP-Beschwerden gegen Inhaber von „.xxx“-Domains anhängig

19. Januar 2012 | Kategorien: Domainrecht, UDRP | Kein Kommentar

Die erst Ende letzten Jahres eingeführte neue Top-Level-Domain (TLD) „.xxx“, die einen Namensraum für Anbieter von Erwachsenen-Unterhaltung schaffen will, ist in der Welt der UDRP-Verfahren angekommen. Seit Einführung der TLD wurden bereits fünf Schiedsverfahren anhängig gemacht:

  • valero.xxx, WIPO Case No. D2012-0017
  • markafoni.xxx, WIPO Case No. D2011-2298
  • heb.xxx, NAF Claim No. 1421851
  • richardbranson.xxx, NAF Claim No. 1423689
  • foxstudios.xxx, NAF Claim No. 1424024

Es scheint sich wieder einmal zu bewahrheiten, dass die Anzahl der Streitigkeiten mit jeder neuen Top-Level-Domain zunimmt. Rechteinhaber dürften der Einführung neuen Top-Level-Domain im Rahmen des New gTLD-Programms der ICANN vor diesem Hintergrund mit gemischten Gefühlen entgegensehen.

Weitere Informationen zur UDRP finden Sie im Beitrag Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (UDRP).

UDRP: Google Inc. scheitert mit Beschwerde gegen den Inhaber von „goggle.com“, „goggle.net“ und „goggle.org“ (Google Inc. v. Goggle.com, Inc. / David Csumrik, NAF Claim No. 1403690)

17. Oktober 2011 | Kategorien: Domainrecht, UDRP | Kein Kommentar

Google Inc. ist mit ihrer Beschwerde gegen den Inhaber der Domainnamen „goggle.com“, „goggle.net“ und „goggle.org“ nach der Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (UDRP) beim National Arbitration Forum gescheitert, mit der sie die Übertragung der Domainnamen gefordert hatte (Google Inc. v. Goggle.com, Inc. / David Csumrik, NAF Claim No. 1403690). Continue

Zulässigkeit von Fanseiten unter der UDRP: LadyGaga.org vs. TomWelling.com

29. September 2011 | Kategorien: Domainrecht, UDRP | Kein Kommentar

Erst vor kurzem wurden beim National Arbitration Forum (NAF), einem der Streitbeilegungsanbieter für Streitverfahren nach der Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (UDRP), zwei Entscheidungen veröffentlicht, die sich mit den Voraussetzungen der Zulässigkeit von Domainnamen befassten, die mit dem Namen einer berühmten Persönlichkeit identisch sind und in Verbindung mit einer Fanseite genutzt werden. Der US-amerikanische Schauspieler Tom Welling bekam den Domainnamen „TomWelling.com“ zugesprochen (Tom Welling v. Kenneth Gold, NAF Claim No. 1393893), wohingegen die US-amerikanische Sängerin Stefani Joanne Angelina Germanotta, besser bekannt unter dem Namen Lady Gaga, mit ihrer Beschwerde gegen die Registrierung des Domainnamens „LadyGaga.org“ scheiterte (Ms. Stefani Germanotta v. oranges arecool XD, NAF Claim No. 1403808). Continue

.XXX: ICM Registry veröffentlicht Rapid Evaluation Service Policy (RES Policy) zum Schutz von Rechteinhabern

29. August 2011 | Kategorien: Domainrecht, Domains | Kein Kommentar

Die Registry der gerade in der Einführungsphase befindlichen neuen Top-Level-Domain „.xxx“, ICM Registry, hat mit der Rapid Evaluation Service Policy (RES Policy) ein weiteres Regelwerk zum Schutz von Rechteinhabern veröffentlicht, das ab 01.09.2011 neben der Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (UDRP) zur Verfügung steht.

Das Verfahren ist nach § 1 der RES Policy für Fälle gedacht, in denen eine objektiv klare Verletzung von bekannten Marken oder Namen von erheblichem wirtschaftlichen Wert gegeben ist („The RES is intended to provide a prompt remedy to address a limited class of situations in which there is objectively clear abuse of well-known, distinctive registered trademarks or service marks of significant commercial value, or of personal or professional names of individuals.“). Continue

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