Beiträge mit dem Tag "Verwechslungsgefahr"

LAG Köln: Namensrechtlicher Löschungsanspruch bei Registrierung eines Domainnamens durch einen Betriebsrat (ial-br.de)

11. September 2013 | Kategorien: Domainrecht, Namensrecht | Kein Kommentar

Das Landesarbeitsgericht Köln wurde tatsächlich mit einer domainrechtlichen Angelegenheit befasst. Ein Arbeitnehmer und Mitglied des Betriebsrates der IAL® Institut für angewandte Logistik gemeinnützige GmbH registrierte den Domainnamen „ial-br.de“ und nutzte diesen zunächst für E-Mail-Verkehr und später auch in Verbindung mit einer nichtkommerziellen und passwortgeschützten Webseite. Nach Beendigung seines Arbeitsverhältnisses übertrug der Domaininhaber den streitgegenständlichen Domainnamen an den ebenfalls bei der Klägerin angestellten Beklagten, der von der Klägerin auf Unterlassung und Löschung des Domainnamens in Anspruch genommen wurde.

Das Arbeitsgericht hatte die Klage abgewiesen und weder aus dem Namensrecht noch der arbeitsvertraglichen Rücksichtnahmepflicht eine Anspruchsgrundlage erkannt. Die hiergegen gerichtete Berufung scheiterte nun ebenfalls (LAG Köln vom 06.05.2013, Az.: 2 Sa 62/13). Das Gericht führt wörtlich aus:

Die erkennende Kammer schließt sich in vollem Umfang den sorgfältig dargestellten rechtlichen Erwägungen der ersten Instanz an. Diese sind allerdings dahingehend zu ergänzen, dass die verwendete Internetdomain nicht die Namensrechte der Klägerin verletzt sondern allenfalls diejenigen des Betriebsrats der Klägerin. Die in der Internetdomainadresse verwendeten Buchstaben und Zeichen verweisen durch den zugefügten Zusatz „-br“ nicht auf den Namen der Klägerin sondern auf den Betriebsrat der Klägerin als Namensträger. Zwar könnte die Klägerin die Namensrechte des Betriebsrats für diesen geltend machen. Dies würde jedoch voraussetzen, dass der Betriebsrat als der verletzte und geschützte Namensträger durch wirksam zustande gekommenen Betriebsratsbeschluss die Arbeitgeberin mit der Verfolgung seiner Ansprüche beauftragen würde. Ein solcher Betriebsratsbeschluss ist ersichtlich nicht gegeben.

Demgegenüber ist die verwendete Domainadresse nicht geeignet, isoliert auf die Klägerin hinzuweisen, so dass eine Verwechselung nicht zu befürchten ist. Dies folgt bereits daraus, dass die Domainadresse doppelt so lang ist wie der geschützte Name der Klägerin. Zudem besteht wegen der Kürze des Namens und der Häufigkeit des Vorkommens der drei Buchstaben in anderen Domainadressen (z. B. gen.ial, ial-cisl, ial.uni-hannover) eine eindeutige Zuordnung zur Klägerin nur für den isoliert verwendeten eigentlichen Namen „ial“. Bereits mit nur einem weiteren Zeichen ist der Name „ialt“ im Internet als Abkürzung für eine andere Organisation in Gebrauch. Aufgrund der einerseits nichtssagenden Buchstabenkombination „ial“, die in vielen weiteren Abkürzungen auftritt, ist deshalb der doppelt solange Domainname nicht geeignet, die schutzwürdigen Interessen der Klägerin zu verletzen.

Dafür, dass eine Verwechslungsgefahr ausgeschlossen ist, spricht weiterhin, dass bei einer Googlesuche nach den Buchstaben „ial“ auf den ersten 8 Seiten keinerlei Hinweise auf die hier streitige Domainadresse erfolgt. Selbst wenn man bei Google die Buchstabenkombination ial-br eingibt, kommt die hier streitige Domain erstmals auf der dritten Seite der Suchergebnisse zur Anzeige. Auch in diesem Fall gerät der Internetnutzer aber zunächst auf eine Eingangsseite, die keinerlei Hinweise auf die Klägerin zulässt und die die weiteren Inhalte der Domain erst freigibt, wenn das hierfür erforderliche Passwort bekannt ist.

Da zwischen den Parteien nicht streitig ist, ob die Klägerin die Kosten der Internetseite zu zahlen hat, kommt es auf die Frage, ob die Klägerin verlangen kann, dass der Betriebsrat zur Kommunikation eine kostengünstigere Variante, nämlich eine von der Arbeitgeberin zur Verfügung gestellte Intranetseite nutzt, nicht an.

[…]

Damit bleibt es dabei, dass die Klägerin in ihrem Namensrecht nicht verletzt ist und eine wirksame Beauftragung des Betriebsrats wegen Verletzung von dessen Namensrecht nicht vorliegt.

Cheapeau!

Spielwarenmesse eG verliert UDRP-Verfahren um „spielwarenmesse.com“

29. Juli 2013 | Kategorien: Domainrecht, UDRP | Kein Kommentar

Die Nürnberger Spielwarenmesse eG, Veranstalterin der größte Spielwarenmesse der Welt „Spielwarenmesse International Toy Fair“, ging gegen die Name Administration Inc. (BVI), Firma des bekannten Domaininvestors Frank Schilling, im Wege des UDRP-Verfahrens wegen des Domainnamens „spielwarenmesse.com“ vor und unterlag (Spielwarenmesse eG v. Name Administration Inc. (BVI), WIPO Case No. D2013-0744).

Das Panel ging davon aus, dass es sich bei dem Begriff „Spielwarenmesse“ um einen beschreibenden Begriff handelt und dass der Domaininhaber den Domainnamen beschreibend in Verbindung mit Spielzeug benutzt. Es kam zu dem Ergebnis, dass die Beschwerdeführerin nicht nachgewiesen habe, dass der Domaininhaber selbst kein eigenes Recht oder berechtigtes Interesse nach §§ 4(a)(ii) i.V.m. 4(c) der Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (UDRP) hat. In diesem Zusammenhang stellte das Panel auch fest, dass die Beschwerdeführerin selbst – wenn überhaupt – dann unter der tatsächlichen Bezeichnung der Messe „Spielwarenmesse International Toy Fair Nuremberg“ Bekanntheit erlangt haben könne und dass nicht nachgewiesen sei, dass der Beschwerdegegner zum Zeitpunkt der Registrierung des Domainnamens im jahr 2002 Kenntnis von den Rechten der Beschwerdeführerin hatte.

The Complainant has shown by various exhibits that its toy trade fair is one of the most important ones in this field. The Panel is therefore convinced that its fair has reached certain fame. However, this is not (necessarily) the case for the use of the term “Spielwarenmesse” as to uniquely identify the respective fair of the Complainant. As the Complainant points out in various sections of its Complaint, its fair is promoted in Germany and abroad under the name “Spielwarenmesse International Toy Fair Nuremberg”. The Panel can therefore not conclude on the evidence that the Complainant has made intensive use of the designation “Spielwarenmesse” for the purposes of its toy trade fair. That conclusion would not be reversed even by recognizing rights under the first element of the UDRP to the Complainant’s cooperative name as this name appears to be used as its legal and corporate designation only and not for commercial and promotional purposes of the toy trade fair.

As the Respondent has shown, its company engages in search advertising through its large portfolio of common words and phrases. This has been confirmed in at least two other administrative proceedings under the UDRP concerning the Respondent and quoted by the latter in its Response (DataServ, L.L.C. v. Name Administration Inc. (BVI), WIPO Case No. D2012-1538; Visa Europe Limited v. Name Administration Inc. (BVI), WIPO Case No. D2010-1531). Although the Respondent as a professional domain name registrant may have had some opportunistic awareness of a certain value of the selected Domain Name, the Complainant has not shown that the Respondent was aware of the existence of the Complainant at the time (2002) it acquired the Domain Name and that it would have targeted at any point of time the Complainant’s toy fair in Nuremberg.

Normally, in order to find rights or legitimate interests in a domain name based on the generic or dictionary meaning of a word or phrase contained therein, the domain name would need to be genuinely used or at least demonstrably intended for such use in connection with the relied-upon meaning.

The Panel has some doubts whether this criterion is fulfilled. The Respondent uses the Domain Name in connection with subjects relating to toys, not to toy fairs or toy-industry-trade shows around the world. It could therefore be argued that the Respondent is not using the term “Spielwarenmesse” in its genuine sense for the provision of pay-per-click links related to toy trade fairs; indeed, it appears that the Respondent’s website is concerned solely with links related to the commercial sale of retail toy items.

However, as the Respondent is using the Domain Name at least in relation to toys and considering the other above-mentioned criteria as well as the absence of other specific evidence in this respect, the Panel finds that the Complainant has, on the balance, not shown that the Respondent lacks rights or legitimate interests in the Domain Name in the sense of the second criterion of the Policy.

Darüber hinaus sah das Panel auch kein bösgläubiges Verhaltens nach §§ 4(a)(iii) i.V.m. 4(b) der UDRP auf Seiten des Beschwerdegegners. Die Beschwerdeführerin verfügte zum Zeitpunkt der Domainregistrierung durch den Beschwerdegegner noch nicht über eingetragene Markenrechte an dem Zeichen „Spielwarenmesse“ und erlangte solche Rechte erst durch Entscheidung des BPatG vom 12.09.2012 (29 W (pat) 79/12), mit welcher entschieden wurden, dass die Marke „Spielwarenmesse“ für die beanspruchte Dienstleistung in Klasse 35 „Veranstaltung von gewerblichen Fachmessen auf  dem Gebiet der Spielwaren“ aufgrund der nachgewiesenen Verkehrsdurchsetzung (§ 8 Abs. 3, § 37 Abs. 2 MarkenG) schutzfähig sei. In der selben Entscheidung stellte das Gericht allerdings auch fest, dass die Bezeichnung „Spielwarenmesse“ ist als beschreibende Angabe grundsätzlich nach § 8 Abs. 2 Nr. 2 MarkenG freihaltebedürftig sei.

UDRP: PNCBANK und PTCBANK nicht verwechslungsfähig

25. Juli 2013 | Kategorien: Domainrecht, UDRP | Kein Kommentar

Die The PNC Financial Services Group, Inc., Inhaberin der Marke PNCBANK, scheiterte bei dem Versuch, die Domainnamen <ptcbank.net>, <ptcbank.org>, <ptcbank.info>, <ptcbank.biz>, <ptcbank.mobi>, <ptcbank.ws>, <ptcbank.cc>, <ptcbank.co> und <ptcbank.me> im UDRP-Verfahren übertragen zu bekommen (The PNC Financial Services Group, Inc. v. James Anderson / PTCBank.net, NAF Claim No. 1504563). Das Schiedsgericht sah keinen Fall von Typosquatting und ging davon aus, dass bei einem aus drei Buchstaben gebildeten Akronym die Abweichung in einem einzigen Buchstaben ausreichend ist, um eine verwechslungsfähige Ähnlichkeit im Sinne des § 4(a)(i) der UDRP auszuschließen:

The Panel is extremely reluctant to find confusing similarity between a trademark consisting of a three-letter acronym and a domain name that has only two of those letters in common with the mark, especially where the domain name is not simply an obvious misspelling of the trademark.  The letters PTC in the disputed domain names here presumably refer to Respondent’s “paid-to-click” business model, but could also refer to any number of other terms or entities.  Wikipedia contains a description of the “paid-to-click” business model on a page that apparently dates back to 2007, long before Respondent’s registration of the disputed domain names.  SeePaid to Click, Wikipedia, http://en.wikipedia.org/wiki/Paid_To_Click.  Presumably there are many other things that PTC may refer to.  In addition, Complainant’s mark and the PTC variation exist within an extremely crowded trademark field:  there are numerous U.S. trademark registrations for PTC, as well as for PAC, PBC, PCC, PDC, PEF, and for nearly every other three-letter combination beginning with P and concluding with C.  The Panel therefore considers it unlikely that the disputed domain names would be confused with Complainant’s PNC mark.

Complainant has a stronger case for confusing similarity between the disputed domain names and its PNCBANK mark.  Nonetheless, PNC is the dominant component of that mark, while PTC is the dominant component of the disputed domain names, and the Panel does not consider them to be sufficiently similar.  Respondent’s use of Complainant’s logo on his website does not alter this conclusion, as the content of the website has no bearing on whether the domain names are confusingly similar to Complainant’s marks.

Im Ergebnis sicher eine gut vertretbare Auffassung. Auch nach der Rechtsprechung der deutschen Obergerichte und des EuGH ist anerkannt, dass sich bei aus Buchstaben bestehenden Zeichen die Möglichkeiten von Verwechslungen deshalb reduzieren, weil es sich in der Regel um Kurzzeichen handelt, bei denen einzelne Abweichungen erfahrungsgemäß stärker auffallen (vgl. BGH GRUR 2002, 1067 – DKV/OKV zur fehlenden (auch schriftbildlichen) Ähnlichkeit dieser Buchstabenfolgen; BPatG, Beschluss vom 10.12.2008, 26 W (pat) 14/07 – PDS/PSC zur Unähnlichkeit dieser Buchstabenfolgen; EuGH, Urteil vom 17.09.2008, Rs T-10/07 – FVB/FVD zur Ähnlichkeit dieser Buchstabenfolgen auf Grund der klanglichen und visuellen Ähnlichkeit zwischen „B“ und „D“).

Wer darf „VOLKS“? BGH zur Verwendung der Bezeichnungen Volks-Inspektion, Volks-Reifen und Volks-Werkstatt (BGH vom 11.04.2013 – I ZR 214/11 – VOLKSWAGEN)

12. April 2013 | Kategorien: Markenrecht | Kein Kommentar

Die Volkswagen AG hatte die Betreiberin der Webseite Bild.de und die A.T.U. Auto-Teile-Unger Handels GmbH & Co. KG wegen Verletzung ihrer VOLKSWAGEN-Marken in Anspruch genommen. Vorausgegangen war eine Werbeaktion der Beklagten, in der Inspektionsleistungen für Kraftfahrzeuge unter der Bezeichnung „Volks-Inspektion“ und Reifen unter der Angabe „Volks-Reifen“ angeboten wurden. In der Werbung wurde A.T.U. ferner als „Volks-Werkstatt“ bezeichnet.

Der Bundesgerichtshof hat das Urteil des Berufungsgerichts, welches die Klage abgewiesen hatte, ausweislich der gestern veröffentlichten Pressemitteilung zum Urteil vom 11.04.2013 (Az.:I ZR 214/11 – VOLKSWAGEN) aufgehoben und die Sache an das Berufungsgericht zurückverwiesen:

Anders als das Oberlandesgericht hat der Bundesgerichtshof nicht ausgeschlossen, dass die Zeichen „Volks-Inspektion“, „Volks-Reifen“ und „Volks-Werkstatt“ die bekannte Marke der Klägerin verletzen. Bekannte oder sogar berühmte Marken verfügen über einen weiten Schutzbereich. Dies hat zur Folge, dass bei der Verwendung anderer Zeichen ein weiter Abstand zu der bekannten Marke eingehalten werden muss. Eine Verletzung der bekannten Marke liegt bereits vor, wenn das Publikum aufgrund der Verwendung der Zeichen „Volks-Inspektion“, „Volks-Reifen“ und „Volks-Werkstatt“ durch die Beklagten von wirtschaftlichen oder organisatorischen Verbindungen zur Klägerin ausgeht oder wenn diese Zeichenbenutzung die Unterscheidungskraft der bekannten Marke „VOLKSWAGEN“ beeinträchtigt. Nach Ansicht des Bundesgerichtshofs hat das Oberlandesgericht diesem weiten Schutzbereich bekannter Marken nicht ausreichend Rechnung getragen. Der Bundesgerichtshof hat die Sache deshalb zurückverwiesen, damit die zu einer Markenverletzung erforderlichen Feststellungen getroffen werden.

Disney verliert UDRP-Verfahren um Aladdin-Domains

26. Februar 2013 | Kategorien: Domainrecht, UDRP | Kein Kommentar

Disney Enterprises, Inc. ging gemeinsam mit Marvel Characters, Inc. im Wege des UDRP-Verfahrens gegen die Inhaber der Domainnamen „aladdinonbroadway.com“, „aladdinthemusical.com“, „aladdinmusical.com“, „disneymeetup.com“, „disneyonbroadway.net“, „disneythemusical.com“, „mickeymouseonbroadway.com“, „spider-manonbroadway.com“, „spider-manthemusical.com“, „spidermanonbroadway.net“, „tangledonbroadway.com“, „thedisneydream.com“ und „thedisneyfantasy.com“ vor und unterlag teilweise (sog. „Split Decision“) hinsichtlich der Aladdin-Domains (Disney Enterprises, Inc. and Marvel Characters, Inc. v. Greg Bienstock / Scott Stock / Scott Bienstock, NAF Claim No. 1475077). Das Schiedsgericht ging in diesem Zusammenhang davon aus, dass zwischen den Domainnamen „aladdinonbroadway.com“, „aladdinthemusical.com“ und „aladdinmusical.com“ und der Marke „ALADDIN’S MAGIC CARPET RIDE“ keine Verwechslungsgefahr im Sinne von § 4(a)(i) der UDRP bestünde:

It must now be decided whether the disputed domain names are confusingly similar to the registered trademark ALADDIN’S MAGIC CARPET RIDE. The word “Aladdin” is a generic one in a sense in that it refers to the well-known children’s story of a Middle-Eastern boy, Aladdin, and his magic lamp. The Complainant’s evidence of a common-law trademark for the word comes nowhere near the standard required for proof of a common-law trademark and therefore cannot be taken into account. So the test is whether the words ‘MAGIC CARPET RIDE’ added to the word ‘ALADDIN’S’ is sufficient to show that the Alladin disputed domain names are confusingly similar to the sole trademark.

In the Panel’s view, they are not because of the generic quality of the word Aladdin and the added words of the registered mark which seem to be directed towards a production bearing the rather lengthy name, ALADDIN’S MAGIC CARPET RIDE. The fact that there are many other trademarks not owned by the Complainant incorporating the word “ALADDIN” emphasises the generic quality of the word.

Accordingly, the Panel concludes that the three Aladdin disputed domain names <aladdinonbroadway.com>, <aladdinthemusical.com>, <aladdinmusical.com> are not confusingly similar to a mark in which the Complainant has rights and that the Complaint must fail in respect of those disputed domain names.

UDRP: Keine Übertragung des Domainnamens fine-tubes.com an Inhaber der Wort-/Bildmarke finetubes

12. Februar 2013 | Kategorien: Domainrecht, UDRP | Kein Kommentar

finetubesDer Inhaber der Wort-/Bildmarke „finetubes“ (Darstellung links) unterlag bei dem Versuch, den Domainnamen „fine-tubes.com“ im Wege des UDRP-Verfahrens übertragen zu bekommen (Fine Tubes Limited v. Tobias Kirch, J. & J. Ethen, Ethen Rohre GmbH, WIPO Case No. D2012-2211).

Der Beschwerdegegner verteidigte sich erfolgreich mit dem Argument, der Beschwerdeführer habe in der Vergangenheit erfolglos versucht, die Marke als reine Wortmarke anzumelden. Die Eintragung der Wortmarke sei vom Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (HABM) allerdings wegen deren beschreibenden Inhalts im Bezug auf die angemeldeten Waren „Rohre und Röhren aus Metall oder Legierungen; vollständig aus Schlauchleitungen oder Rohrleitungen bestehende Waren; Teile und Zusatzteile für alle vorstehend genannten Waren.“ abgelehnt worden:

Complainant has presented evidence of substantial use of the terms “Fine Tubes” in commerce. However, Respondent has provided evidence of rejection in 2004 by OHIM of an application by Complainant for registration of the word trademark “Fine Tubes” standing alone, with reference by OHIM to Article 7(1)(b) and 7(1)(c) of the Community Trade Mark Regulation that establish absolute grounds for refusal. The relevant paragraphs provide for refusal with respect to:

(b) trade marks which are devoid of any distinctive character;

(c) trade marks which consist exclusively of signs or indications which may serve, in trade, to designate the kind, quality, quantity, intended purpose, value, geographical origin or the time of production of the goods or of rendering of the service, or other characteristics of the goods or service;

Das Schiedsgericht ging vor diesem Hintergrund davon aus, dass der Beschwerdeführer keine Rechte an einer Marke habe, die mit dem streitgegenständlichen Domainnamen identisch oder verwechslungsfähig ähnlich im Sinne des § 4(a)(i) der UDRP sei:

The Panel determines that Complainant has failed to establish that it has rights in a trademark to which the disputed domain name is identical or confusingly similar.

Complainant having failed at this first stage, the Panel will not consider the issues of rights or legitimate interests or bad faith registration and use.

This administrative panel decision turns on the question whether the combination term “Fine Tubes” may be exclusively appropriated as a trademark by Complainant for use in relation to those products. Relevant trademark office authorities in the jurisdictions where Complainant and Respondent are headquartered have decided that the term may not be registered as a trademark. Complainant recently withdrew its application to register that term following examination by authorities in the United Kingdom, where it is based. Complainant may eventually decide to reengage with UK or OHIM trademark authorities and relevant courts on this matter. It is not inconceivable that Complainant will succeed. But, this Panel defers to the present state of affairs before the relevant trademark office authorities, noting that there is no compelling reason to reject their judgment in this particular matter.

UDRP: KosherVitaminShoppe.com ist nicht verwechslungsfähig mit Marke THE VITAMIN SHOPPE

28. Dezember 2012 | Kategorien: Domainrecht, UDRP | Kein Kommentar

Die Inhaberin der Markenrechte an THE VITAMIN SHOPPE, die selbst unter <VitaminShoppe.com> im Internet präsent ist, scheiterte bei dem Versuch, den Domainnamen <KosherVitaminShoppe.com> im UDRP-Verfahren übertragen zu bekommen (Vitamin Shoppe Industries, Inc. v. Kosher Vitamin Express, NAF Claim No. 1466844). Das Schiedsgericht ging davon aus, dass zwischen dem Domainnamen und den Marken der Beschwerdeführerin keine Ähnlichkeit im Sinne des § 4(a)(i) der UDRP besteht:

Confusion in this context, in the sense of bewilderment or failing to distinguish between things, may be regarded as a state of wondering whether there is an association, rather than a state of erroneously believing that there is one.  An appropriate formulation might be:  “Is it likely that, because of the similarity between the domain name on the one hand and the Complainant’s trademark on the other hand, people will wonder whether the domain name is associated in some way with the Complainant?”:  SANOFI-AVENTIS v. Jason Trevenio, D2007‑0648 (WIPO July 11, 2007).

In finding confusing similarity, many Panels have found that the mere addition of a descriptive term by way of prefix to a complainant’s mark does not adequately distinguish the disputed domain name from the mark pursuant to the Policy ¶4(a)(i) […]. In each of these cases, the trademark was distinctive and comprised an invented word or, as in the last mentioned case, a famous name.

The two cases cited by Complainant in support of its contention of confusing similarity also concerned distinctive trademarks comprising invented words, namely CIALIS  (Eli Lily and Co. v. Igor Palchikov, FA1388612  (Nat. Arb. Forum June 15, 2011)) and AMBIEN(Sanofi-Aventis v. Patterson, D2008-1028  (WIPO Aug. 28, 2008)).

Here, Complainant’s trademark is composed of the common and wholly descriptive words, arranged in their usually encountered order,  “the”, “vitamin” and “shoppe”, the latter being an archaic but nevertheless commonly used spelling of the word “shop”.

The presence in the Domain Name of the word “kosher”, especially as the first word (which does not form part of Complainant’s trademark) and the absence of the word “the” (which does form part of Complainant’s trademark) would not, in the Panel’s opinion, lead Internet users to wonder whether there is an association between the Domain Name and Complainant or its mark. Hence the Panel finds that the Domain Name <koshervitaminshoppe.com> is not confusingly similar to Complainant’s THE VITAMIN SHOPPE mark under Policy ¶ 4(a)(i).

UDRP: bombaysizzlers.net nicht mit Marke SIZZLER verwechslungsfähig

19. November 2012 | Kategorien: Domainrecht, UDRP | Kein Kommentar

Die Inhaber zahlreicher US-amerikanischer Marken „SIZZLER“ sind im Wege des UDRP-Verfahrens gegen den Inhaber des Domainnamens „bombaysizzlers.net“ vorgegangen. Ein Schiedsgericht des National Arbitration Forum wies die Beschwerde ab, da nach dessen Ansicht zwischen den Marken der Beschwerdeführerin und dem streitgegenständlichen Domainnamen keine Zeichenähnlichkeit besteht (Sizzler USA Franchise, Inc., Sizzler International Marks, LLC and Sizzler Restaurants Group Pty Ltd. v. Pratik Subedi, NAF Claim No. 1465332). In diesem Zusammenhang argumentierte das Schiedsgericht damit, dass der zusätzliche Bestandteil „Bombay“ mit den Marken der Beschwerdeführer und deren Geschäft nichts zu tun habe. Darüber hinaus stünde dieser am Anfang des streitgegenständlichen Domainnamens.

Die Entscheidung entspricht wohl nicht der herrschenden Meinung der UDRP-Schiedsgerichte. Bei der Beurteilung der Ähnlichkeit zwischen einer Marke und einem aus dieser Marke und einem geographischen Bestandteil gebildeten Domainnamen gehen die Schiedsgerichte üblicherweise davon aus, dass die Marke den Domainnamen dominiert und zusätzliche geographische Bestandteile nicht geeignet sind, die Verwechslungsgefahr mit einer Marke auszuschließen (vgl. bspw. Playboy Enterprises International, Inc. v. Zeynel Demirtas, WIPO Case No.D2007-0768, <playboyturkey.com>).

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