Beiträge mit dem Tag "UDRP"

UDRP: PNCBANK und PTCBANK nicht verwechslungsfähig

25. Juli 2013 | Kategorien: Domainrecht, UDRP | Kein Kommentar

Die The PNC Financial Services Group, Inc., Inhaberin der Marke PNCBANK, scheiterte bei dem Versuch, die Domainnamen <ptcbank.net>, <ptcbank.org>, <ptcbank.info>, <ptcbank.biz>, <ptcbank.mobi>, <ptcbank.ws>, <ptcbank.cc>, <ptcbank.co> und <ptcbank.me> im UDRP-Verfahren übertragen zu bekommen (The PNC Financial Services Group, Inc. v. James Anderson / PTCBank.net, NAF Claim No. 1504563). Das Schiedsgericht sah keinen Fall von Typosquatting und ging davon aus, dass bei einem aus drei Buchstaben gebildeten Akronym die Abweichung in einem einzigen Buchstaben ausreichend ist, um eine verwechslungsfähige Ähnlichkeit im Sinne des § 4(a)(i) der UDRP auszuschließen:

The Panel is extremely reluctant to find confusing similarity between a trademark consisting of a three-letter acronym and a domain name that has only two of those letters in common with the mark, especially where the domain name is not simply an obvious misspelling of the trademark.  The letters PTC in the disputed domain names here presumably refer to Respondent’s “paid-to-click” business model, but could also refer to any number of other terms or entities.  Wikipedia contains a description of the “paid-to-click” business model on a page that apparently dates back to 2007, long before Respondent’s registration of the disputed domain names.  SeePaid to Click, Wikipedia, http://en.wikipedia.org/wiki/Paid_To_Click.  Presumably there are many other things that PTC may refer to.  In addition, Complainant’s mark and the PTC variation exist within an extremely crowded trademark field:  there are numerous U.S. trademark registrations for PTC, as well as for PAC, PBC, PCC, PDC, PEF, and for nearly every other three-letter combination beginning with P and concluding with C.  The Panel therefore considers it unlikely that the disputed domain names would be confused with Complainant’s PNC mark.

Complainant has a stronger case for confusing similarity between the disputed domain names and its PNCBANK mark.  Nonetheless, PNC is the dominant component of that mark, while PTC is the dominant component of the disputed domain names, and the Panel does not consider them to be sufficiently similar.  Respondent’s use of Complainant’s logo on his website does not alter this conclusion, as the content of the website has no bearing on whether the domain names are confusingly similar to Complainant’s marks.

Im Ergebnis sicher eine gut vertretbare Auffassung. Auch nach der Rechtsprechung der deutschen Obergerichte und des EuGH ist anerkannt, dass sich bei aus Buchstaben bestehenden Zeichen die Möglichkeiten von Verwechslungen deshalb reduzieren, weil es sich in der Regel um Kurzzeichen handelt, bei denen einzelne Abweichungen erfahrungsgemäß stärker auffallen (vgl. BGH GRUR 2002, 1067 – DKV/OKV zur fehlenden (auch schriftbildlichen) Ähnlichkeit dieser Buchstabenfolgen; BPatG, Beschluss vom 10.12.2008, 26 W (pat) 14/07 – PDS/PSC zur Unähnlichkeit dieser Buchstabenfolgen; EuGH, Urteil vom 17.09.2008, Rs T-10/07 – FVB/FVD zur Ähnlichkeit dieser Buchstabenfolgen auf Grund der klanglichen und visuellen Ähnlichkeit zwischen „B“ und „D“).

Inhaber der Marke „PARAJUMPERS“ scheitert im UDRP-Verfahren um den Domainnamen „parajumpers-outlet.com“ wegen unzureichendem Vortrag

19. Juli 2013 | Kategorien: Domainrecht, UDRP | Kein Kommentar

Der Inhaber der Marke „PARAJUMPERS“ ging im Wege des UDRP-Verfahrens gegen den Inhaber des Domainnamens „parajumpers-outlet.com“ vor und scheiterte (PJS International SA v. Carl Johansson, WIPO Case No. D2013-0807), allerdings nicht an der Gegenwehr des Domaininhabers sondern wegen den Unzulänglichkeiten der eigenen Beschwerde. Soweit aus den Entscheidungsgründen ersichtlich, hat sich der Beschwerdeführer nicht einmal die Mühe gemacht, zu argumentieren, dass zwischen der Marke und dem Domainnamen eine verwechslungsfähige Ähnlichkeit im Sinne des § 4(a)(i) der UDRP besteht sondern lediglich auf seine Markenrechte verwiesen. Wenngleich es ständige Rechtsprechung ist, dass ein Domainname, der eine Marke und zusätzliche beschreibende Bestandteile enthält, mit der enthaltenen Marke in aller Regel verwechslungsfähig ähnlich ist, wies das Schiedsgericht die Beschwerde schon an dieser Stelle ab und verwies darauf, dass der Beschwerdeführer nicht hinreichend vorgetragen habe:

The Complainant has established rights in PARAJUMPERS based on its two registered trademarks mentioned above.

However, the Complaint, which is extremely brief, does not discuss the requirement that the disputed domain name be identical or confusingly similar to the trademark. In its Complaint, under the heading referring to the first element of the Policy, the Complainant simply invokes its registered trademarks (as well as the exclusive licence which it granted to another party) and moves on.

In a communication to the Complainant dated May 15, 2013 requesting the Complainant to submit an amendment or amended Complaint in light of the fact the Complaint no longer concerns the domain name <parajumpers.eu>, the Center further asked the Complainant to confirm that it had no further comments in relation to the three elements under paragraph 4(a) of the Policy. Thereafter the Complainant incorporated into its amendment to the Complaint some slightly expanded comments in relation to the second and third elements but did not take the opportunity to enhance its submission under the first element.

While it may be said to be obvious that the combination of the trademark plus additional descriptive term would pass the threshold test for confusingly similarity (see paragraphs 1.2 and 1.9 of WIPO Overview 2.0), it is not unreasonable to expect the Complainant to take the trouble to actually state the argument.

In this case, the Panel is of the opinion that the Complainant’s submission does not even qualify as one which merely repeats or paraphrases the UDRP (see section 6.A above); it completely omits any discussion of the merits of a critical component, i.e., identity or confusing similarity between the Complainant’s trademark and the disputed domain name, which it has to prove.

For the above reasons, the Panel finds that the Complainant has failed to establish the first element of paragraph 4(a) of the Policy.

Nintendo verliert UDRP-Verfahren um WiiU.com

5. Juli 2013 | Kategorien: Domainrecht, UDRP | Kein Kommentar

Nintendo of America Inc. ging im Wege des UDRP-Verfahrens gegen den Inhaber des Domainnamens WiiU.com vor. Der Domainname entspricht der Bezeichnung der aktuellen stationären Videospielkonsole „Wii U“ von Nintendo, welche die „Wii“ im November letzten Jahres ablöste.

Das Panel verneinte in seiner Entscheidung (Nintendo of America Inc. v. Domain Privacy Group / Domain Admin, WIPO Case No. D2013-0322) richtigerweise einen Übertragungsanspruch, weil der Domainname bereits im Jahre 2004 registriert wurde, 2 Jahre vor Anmeldung der ersten Wii-Marke durch Nintendo. Es ist anerkannt, dass bei einem Domainnamen, der vor Entstehen der Rechte des Beschwerdeführers registriert wurde, die Voraussetzungen für eine bösgläubige Registrierung nach § 4(a)(i) der UDRP regelmäßig nicht gegeben sein können, weil der Domaininhaber keine Kenntnis von dem noch nicht existierenden Recht gehabt haben kann.

IBM verliert UDRP-Verfahren um „openpower.org“

24. Juni 2013 | Kategorien: Domainrecht, UDRP | Kein Kommentar

IBM Inc. versuchte unter Berufung auf ihre Gemeinschaftsmarke Nr. 3947504 OPENPOWER, die am 21.11.2005 beim HABM eingetragen wurde, die Übertragung des Domainnamens „openpower.org“ im Wege des UDRP-Verfahrens zu erwirken und unterlag (International Business Machines Corporation v. White Label Energy GmbH, Verfahren Nr. D2013-0547). In der Entscheidung, die in deutscher Sprache verfasst ist, sah der Schiedsrichter eigene Rechte und berechtigte Interessen im Sinne der §§ 4(a)(ii) i.V.m. 4(c) der UDRP auf Seiten des Domaininhabers und lehnte die Übertragung des Domainnamens richtigerweise ab:

Die Marke der Beschwerdeführerin ist aus den beiden beschreibenden Begriffen „open“ und „power“ zusammengesetzt und verfügt daher über eine schwache Kennzeichenkraft. Auch die Kombination beider Bestandteile kann nicht als originelle Schöpfung qualifiziert werden. Es erstaunt daher nicht, dass z.B. die Registrierung der von der Beschwerdegegnerin erwähnten Wortmarke OPENPOWER (Nr. 30651419) am 1. November 2006 durch eine Drittpartei angemeldet und ohne Widerspruch am 3. April 2007 eingetragen wurde. Die entsprechende IR-Marke (923560) ist u.a. für das Gebiet der USA registriert, wo sich der Hauptsitz der Beschwerdeführerin befindet.

Zu beachten ist ferner, dass „Open Power“ von der Beschwerdeführerin dazu benutzt wurde, zwei Modelle eine Server-Reihe zu vermarkten (IBM eServer OpenPower 710/720). Wie die Beschwerdeführerin jedoch auf ihrer eigenen Website mitteilt, wurden die entsprechenden Produkte per 31. Mai 2006 vom Markt genommen (vgl. http://www-03.ibm.com/systems/power/hardware/openpower/710). Dass im Jahre 2013 noch irgendein Bedarf nach Servicedienstleistungen oder ähnliches für diese Produkte besteht, darf bezweifelt werden. Man kann somit (wie von der Beschwerdegegnerin behauptet) davon ausgehen, dass das Kennzeichen der Beschwerdeführerin zurzeit garnicht markenmässig benutzt wird.

Dementsprechend ist es plausibel, dass die Beschwerdegegnerin wie behauptet bei Registrierung des streitigen Domainnamens im Jahre 2010 keine Kenntnis von der Marke der Beschwerdeführerin hatte. Ferner ist glaubwürdig, dass die Beschwerdegegnerin den streitigen Domainnamen <openpower.org> im Zusammenhang mit Service-Dienstleistungen für öffentliche Energieversorgungsunternehmen einsetzt. Darauf weist schon die Firmenbezeichnung „White Label Energy GmbH“ hin. Dass die Beschwerdegegnerin zum Beweis die Einvernahme ihres Geschäftsführers sowie von Vertretern ihrer Kunden angeboten hat, darf ihr nicht zum Nachteil gereichen. Die Beschwerdegegnerin ist offensichtlich nicht vertraut mit UDRP-Verfahren und konnte somit nicht erahnen, dass im Rahmen solcher Verfahren keine Zeugen einvernommen werden können.

Auch wenn schliesslich der streitige Domainname zu einer Website führt mit dem alleinigen Hinweis „Es werden Updates installiert, bitte kommen Sie etwas später wieder“, ist nachvollziehbar, dass die Beschwerdegegnerin den streitigen Domainnamen (wie behauptet) für die E-Mail Kommunikation mit ihren Kunden sowie für Anwendungen via Subdomains benutzt.

Vor diesem Hintergrund hat die Beschwerdegegnerin nach Ansicht des Beschwerdepanels ein legitimes Interesse an der Benutzung des streitigen Domainnamens. Jedenfalls kann das Beschwerdepanel kein höher zu wertendes Interesse der Beschwerdeführerin am streitigen (aus beschreibenden Begriffen zusammengesetzten) Domainnamen erkennen. Die Beschwerdeführerin hat damit Paragraf 4(a)(ii) der Richtlinie nicht erfüllt.

UDRP: Treuhänderische Registrierung von Domainnamen (Justin Alexander, Inc. v. Alexander Lending, NAF Claim No. 1493361 – justinalexander.com)

6. Juni 2013 | Kategorien: Domainrecht, Namensrecht, UDRP | Kein Kommentar

In einem UDRP-Verfahren vor dem National Arbitration Forum (NAF) musste sich ein Vater, der den Domainnamen „justinalexander.com“ in eigenem Namen für seinen Sohn registriert hatte, gegen einen Designer von Brautmoden zur Wehr setzen, der Rechte an der Marke „JUSTIN ALEXANDER“ hält (Justin Alexander, Inc. v. Alexander Lending, NAF Claim No. 1493361 – justinalexander.com).

Das Schiedsgericht kam zu der Überzeugung, dass der Domaininhaber selbst keine Rechte an dem Namen „Justin Alexander“ hat und sich damit nicht auf Rechte oder berechtigte Interessen nach §§ 4(a)(ii) i.V.m. 4(c) der UDRP berufen kann. Es stellte in diesem Zusammenhang darauf ab, dass der Domainname auch nicht in Verbindung mit einer Webseite des Sohnes als Namensträger genutzt wurde:

Also, failure to make active use of the name is an important fact in favor of Complaint.  See George Weston Bakeries Inc. v. McBroom, FA 933276 (Nat. Arb. Forum Apr. 25, 2007) (finding that the respondent had no rights or legitimate interests in a domain name under either Policy ¶ 4(c)(i) or Policy ¶ 4(c)(iii) where it failed to make any active use of the domain name). Therefore, the Panel may find that Respondent’s current nonuse of the <justinalexander.com> domain name is neither a bona fide offering of goods or services nor a legitimate noncommercial or fair use under Policy ¶¶ 4(c)(i) and 4(c)(iii).

Auch im Bezug auf die bösgläubige Registrierung und Benutzung des Domainnamens nach §§ 4(a)(iii) i.V.m. 4(b) der UDRP floss die Nichtnutzung des Domainnamens in die Bewertung des Schiedsgerichts ein:

Failure to make use of the name is also critical in this analysis.  SeeDCI S.A. v. Link Commercial Corp., D2000-1232 (WIPO Dec. 7, 2000), where the panel concluded that the respondent’s failure to make an active use of the domain name satisfies the requirement of ¶ 4(a)(iii) of the Policy. Therefore, the Panel may find that Respondent’s current nonuse of the <justinalexander.com> domain name is evidence of bad faith under Policy ¶ 4(a)(iii).

Es ergeben sich hier deutliche Parallelen zur Bewertung der treuhänderischen Registrierung von Domainnamen nach deutschem Recht. In der grundke.de-Entscheidung des BGH (BGH vom 08.02.2007, I ZR 59/04) stellte dieser ebenfalls auf den Webseiteninhalt ab und kam zu dem Ergebnis, dass davon ausgegangen werden kann, dass der Namensträger den Treuhänder mit der Registrierung beauftragt hat, wenn unter dem Domainnamen die Homepage des Namensträgers abrufbar ist.

Es empfiehlt sich vor diesem Hintergrund, treuhänderisch gehaltene Domainnamen stets in Verbindung mit der Webseite des Namensträgers, für den der Domainname gehalten wird, zu nutzen.

Arab Center for Dispute Resolution (ACDR) wird Streitbeilegungsanbieter für Verfahren nach der Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (UDRP)

28. Mai 2013 | Kategorien: UDRP | Kein Kommentar

Die ICANN hat die Bewerbung des Arab Center for Dispute Resolution (ACDR) als Streitbeilegungsanbieter für Verfahren nach der Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (UDRP) akzeptiert. Damit können UDRP-Verfahren in Zukunft bei fünf Organisationen geführt werden (bislang akkreditiert sind die Schiedsstelle der Weltorganisation für Geistiges Eigentum (WIPO), das National Arbitration Forum (NAF), das ADNDRC (Asian Domain Name Dispute Resolution Centre) und der Czech Arbitration Court Arbitration Center for Internet Disputes).

Bloße Behauptung bösgläubiger Nutzung im UDRP-Verfahren nicht ausreichend (Ticket Software, LLC v. Domains By Proxy, LLC / Stephen Troy, WIPO Case No. D2013-0215)

13. Mai 2013 | Kategorien: Domainrecht, UDRP | Kein Kommentar

Die Ticket Software, LLC ging im Wege des UDRP-Verfahrens gegen den Inhaber der Typo-Domains „ricketnetwork.com“, „ticketneteork.com“, „ticketnetwirk.com“, „ticketnetworj.com“ und „tivketnetwork.com“ vor, bekam die beantragte Übertragung der Domainnamen jedoch nicht zugesprochen (Ticket Software, LLC v. Domains By Proxy, LLC / Stephen Troy, WIPO Case No. D2013-0215). Die Schiedsrichterin ging davon aus, dass die Behauptung der Beschwerdeführerin, der Beschwerdegegner habe die Domainnamen in Verbindung mit rechtsverletzenden Inhalten genutzt, alleine nicht ausreichend ist, um die Darlegungs- und Beweislast im Bezug auf ein bösgläubiges Verhalten des Beschwerdegegners nach §§ 4(a)(iii) i.V.m. 4(b) der UDRP zu erfüllen:

With respect to this proceeding, the Complainant has failed in its burden to show that the Domain Names were registered and had been or are being used in bad faith by the Respondent. Particularly, the Complainant has failed to provide evidence that the Respondent: (i) registered the Domain Names primarily for the purpose of selling, renting or otherwise transferring the Domain Names to the Complainant for valuable consideration; (ii) registered the Domain Names to prevent the Complainant from reflecting its mark in a corresponding domain name and has engaged in a pattern of conduct of registering domain names incorporating the trademarks of third parties; (iii) registered the Domain Names primarily for the purpose of disrupting the business of a competitor; or (iv) by using the Domain Names, has intentionally attempted to attract, for commercial gain, Internet users to a site by creating a likelihood of confusion with the Complainant’s mark as to the source, sponsorship, affiliation or endorsement of a site or of a product or service on a site.

Rather the Complainant merely asserts that the Respondent “uses the [D]omain [N]ames to redirect customers to a service known as EZ-shoplink.com where customers can buy tickets to entertainment events essentially resulting in monetary gain for the Respondent”. The Complainant did not submit any evidence to reflect such a redirection of customers via the Domain Names to a website at “www.ez-shoplink.com” or any evidence of the Domain Names directing or redirecting to any website now or in the past. The Panel notes that none of the Domain Names currently directs or redirects to any website. Without any supporting evidence, the Complainant’s limited assertions are not sufficient to support a finding that the Respondent has intentionally attempted to attract for commercial gain Internet users to a website by creating a likelihood of confusion with the Complainant’s mark.

Es zeigt sich einmal mehr, dass ein UDRP-Verfahren kein Selbstläufer ist. Um eine Übertragung eines Domainnamens zu erwirken, muss ein Beschwerdeführer sowohl nachweisen, dass der Domaininhaber den Domainnamen bösgläubig registriert und genutzt hat, als auch, dass der Domaininhaber selbst keine Rechte oder berechtigte Interessen an dem Domainnamen nach §§ 4(a)(ii) i.V.m. 4(c) der UDRP hat (vgl. hierzu auch den Beitrag „UDRP: Beweislast hinsichtlich eigener Rechte oder berechtigter Interessen auf Seiten des Beschwerdegegners„).

Google Inc. besiegt sich selbst im UDRP-Verfahren (Google Inc. v. Google Inc. / DNS Admin (), NAF Claim No. 1488629 – googlednsservice.com)

10. Mai 2013 | Kategorien: Domainrecht, UDRP | Kein Kommentar

Google Inc. hat vor dem National Arbitration Forum (NAF) das UDRP-Verfahren um den Domainnamen „googlednsservice.com“ gewonnen (Google Inc. v. Google Inc. / DNS Admin, NAF Claim No. 1488629).

In der Sache ein offensichtlicher Fall von Cybersquatting und damit eigentlich gänzlich unspektakulär. Interessant an dem Fall ist jedoch, dass die Google Inc. das Verfahren auf dem Papier gegen sich selbst führen musste. Der Domainname wurde von einem Dritten unter Verwendung der Whois-Daten der Google Inc. registriert, einzig die von Google in Verbindung mit Ihrem DNS-Service üblicherweise verwendete E-Mail-Adresse „dns-admin@google.com“ wurde durch „dns-admin@googlednsservice.com“ ersetzt. Da bei der Registrierung von Domainnamen die Identität des Domaininhabers nicht geprüft wird, ist es unproblematisch möglich, Domainnamen im Namen von Dritten zu registrieren.

Der vorliegende Fall ist nicht das erste UDRP-Verfahren, in dem es eine Firma mit sich selbst aufnehmen musste: die Microsoft Corporation musste im Verfahren um den Domainnamen „microsoftetest.com“ ebenfalls gegen sich selbst antreten (Microsoft Corporation v. Microsoft Corporation, NAF Claim No. 1390322).

Seite 3 von 9« Erste...234...Letzte »


Abmahnung Domain | Abmahnung wegen Markenrechtsverletzung | Domainpfändung | Domainrecht | Domains / Domainnamen | eCommerce | Markenanmeldung | Markenrecht | Traffic Protection | Uniform Domain Name Dispute Resolution Policy (UDRP) | usTLD Dispute Resolution Policy (usDRP)