Übernahme von fremden Inhalten – Framing

6. September 2004 | Kategorien: Intern

Über die Übernahme von Inhalten mittels eines sog. Newsgrabber-Skripts wurde bereits berichtet. Am Wochenende bin ich über eine weitere Seite gestolpert (genaue Adresse kann den Screenshots entnommen werden), die wohl mit Hilfe des selben Skripts Inhalte ausliest und die Überschriften der Beiträge in einer Übersicht darstellt. Hiergegen kann grundsätzlich wohl nichts eingewendet werden.
Die Überschriften sind jedoch nicht direkt mit den Seiten verlinkt, von welchen die Inhalte stammen. Klickt man auf eine Überschrift öffnet sich in einem neuen Fenster eine Frameseite, in welcher die Ursprungsseite, bereichert um einen Werbeframe (mit Google-Ads und anderen Bannern), unter der Adresse des Betreibers des Dienstes dargestellt wird (Beispielscreenshots von muepe.de, recht.us und heyms-drbahr.de). Damit noch nicht genug: man kann auf der so geframten Seite sämtliche Inhalte der Quellseiten abrufen, ohne den Frame zu verlassen.
Späche man den so geframten Seiten Werkscharakter zu, läge hierin m.E. ein klarer Verstoß gegen das Urheberrecht.
Daneben sollte es doch jedem Webseitenbetreiber freigestellt sein, ob und – wenn ja – wie und in welcher Form die Inhalte in einen kommerziellen Kontext gestellt werden.

Der Betreiber des Dienstes der Problematik des Framings durchaus bewusst zu sein, findet sich im Impressum der Seite doch folgende Formulierung:

Die Darstellung einer Seite aus diesem Dienst in dem Frame einer fremden Seite oder das Darstellen von Inhalten dieses Dienstes als eigene Information ist grundsätzlich untersagt.

Ganz schön dreist, finde ich.

Nachtrag: neben anderen kommen auch zdnet.de, das Hamburger Abendblatt, intern.de, der Stern, Die Welt und Heise Online in den Genuss von zusätzlicher Werbung. Die FAZ und Urheberrecht.org scheinen einen „Frame-Buster“ zu haben.

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(15) Kommentar(e)

 

  1. RA Dr. Bahr sagt:

    Eine E-Mail mit Fristsetzung bis Mittwoch ist vorhin rausgegangen. Das Ganze ist an Dreistigkeit ja nicht zu übertreffen.

  2. Peter sagt:

    Klar, soweit ich davon etwas mitbekomme. Ich werde die Seite regelmäßig checken und sehen, ob sich etwas verändert.

  3. ck sagt:

    sollten wir nicht eine gewisse koordinierung der betreiber-interessen in die wege leiten? anscheinend von der kknd.de-technik abgeleitet, huepfen jeden tag neue ableger der frame-variante ins internet. ace ll. de kam heute hinzu. gz gib. org erschien gestern als variante von .de (domains bewusst mit leerzeichen, damit sie nicht auch noch von suchmaschinen validiert werden.)

    bevor gerichte entscheiden, welche technische adaptionen zulaessig sind, sollten wir als betreiber versuchen, einen konsens herbeizufuehren. meine auffassung dazu bei http://www.blogelei.us und hier nicht unnoetig wiederholt.

    abgesehen von rechtlichen schritten sind auch technische abwehrmassnahmen zu bedenken. der jurablogs.de-erfinder hat bei jurabilis! bereits eine idee vorgelegt. die aufnahme in die schwarze referrer-liste gehoert auch dazu.

    CK

  4. Peter sagt:

    Ich halte es auch für sehr sinnvoll, eine einheitliche Linie zu verfolgen. Vielleicht eine gemeinsame "Schwarze Liste" a la GermanBlawgs (ich meine damit, dass eine Person die Liste verwaltet). Falls die Umsetzung wirklich, wie bei jurabilis (http://jurabilis.blogspot.c…) in den Kommentaren von Alexander Hartmann ausgeführt, über eine .htaccess-Datei möglich sein sollte wäre das sicher der einfachste Weg. Allerdings müsste auch ein Konsens gefunden werden, nach welchen Kriterien eine Aufnahme in eine solche Liste erfolgt. Leichtfertig sollte man damit denke ich auch nicht umgehen, um nicht versehentlich Seiten vom Bezug von RSS-Feeds auszuschließen, die diese in unserem Sinne nutzen wollen.

  5. Peter sagt:

    Zwei weitere, die nach identischem Muster vorgehen:
    sicherheits update . de und
    news fish . com.

  6. Wirklich keine sehr gute Idee. Auch von heise gab es eine böse Mail mit Fristsetzung bis Freitag.

    Gruss aus Hannover,

    Joerg Heidrich

  7. Peter sagt:

    Ich bin mal gespannt auf die Reaktionen der Betreiber. Ich hoffe, wir erfahren an dieser Stelle davon.

    Sie haben zudem wohl die besseren Argumente: neben UrhG können Sie auch mit UWG argumentieren, was, auf Grund der noch nicht ganz eindeutigen Beurteilung der UrhG-Situation in der Rechtsprechung, sicherlich nicht schaden kann.

  8. Wenn ihr schön weiter blogt… 😉

    Gruss, Joerg

  9. Der Betreiber hat inzwischen offenbar umgestellt und verlinkt direkt und ohne Verwendung von Frames auf die News. Dagegen habt zumindest der Heise Verlag nichts.

    Gruss aus Hannover,

    Joerg Heidrich

  10. RA Dr. Bahr sagt:

    Moin!

    Ja, der Betreiber hat inzwischen auch auf meine Mail reagiert und alles umgestellt. Tsss….

  11. Peter sagt:

    Ein erster Erfolg, vielen Dank für die Info. Mal sehen, ob News Fish ebenso verfährt…

  12. RA Dr. Bahr sagt:

    newsfis h. co m hat auch geantwortet. Die haben aber nur den Feed entfernt, das Skript lassen sie weiter so laufen.

  13. DarkMoonWolf sagt:

    hm ich find das ganz schön dreist sich auf dem Wege mit fremden Inhalten halbwegs zu schmücken. Allerdings finde ich auch Frameblocker blöd (wurde bereits irgendwo geschrieben zB für Google-übersetzungsdienst unpraktisch)

    Ich hoffe ja dass es da eine vereinbarung insgesamt gibt, wie man das verhindern kann, das bestimmte Webseiten sowas verwenden/anbieten.

  14. Peter sagt:

    Ich habe gerade news fish . com überprüft: anscheinend wurde das Skript umgestellt. Es findet auch dort kein Framing mehr statt.

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