Archiv für März 2013

EU-Kommission plant Reform des Europäischen Markensystems

28. März 2013 | Kategorien: Marken | Kein Kommentar

Die EU-Kommission will laut einer Pressemitteilung vom heutigen Tag den Markenschutz stärken und die Verfahren vereinfachen.

Die Europäische Kommission hat heute ein Paket von Initiativen vorgelegt, das die Verfahren der Markeneintragung in der gesamten Europäischen Union günstiger, schneller, zuverlässiger und vorhersehbarer machen soll. Durch die Reform sollen Unternehmen von besseren Innovationsbedingungen und einem wirksameren Markenschutz bei Produktpiraterie profitieren, z. B. bei nachgeahmten Waren, die das Gebiet der EU passieren.

Unter anderem ist auch angedacht, die Gebühren für die Anmeldung einer Marke in nur einer Klasse zu reduzieren. Aktuell ist in der Grundgebühr für die Anmeldung sowohl von deutschen Marken beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) wie auch von europäischen Marken beim Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (HABM) jeweils der Schutz in drei Klassen enthalten, ab der vierten Klasse entstehen zusätzliche Klassengebühren.

Weitere Informationen zu den geplanten Reformen finden sich unter anderem auf den Webseiten der GRUR.

new gTLD: Trademark Clearinghouse (TMCH) öffnet seine Pforten

28. März 2013 | Kategorien: Domains | Kein Kommentar

Das Trademark Clearinghouse (TMCH), die im Zuge der Vergabe neuer Top-Level-Domainnamen (ICANN’s New gTLD Program) geschaffene zentrale Clearingstelle, bei der Markeninhaber ihre Marken zur Teilnahme an bevorrechtigten Registrierungsphasen (Sunrise-Phasen) hinterlegen können, hat am 26.03.2013 seine Tätigkeit aufgenommen.

Weitere Informationen zum Trademark Clearinghouse finden Sie im Beitrag Trademark Clearinghouse (TMCH).

new gTLD: WIPO veröffentlicht Liste der Legal Rights Objections

26. März 2013 | Kategorien: Domains | Kein Kommentar

Die WIPO hält auf ihrer Webseite seit kurzem eine Liste der Legal Rights Objections abrufbar, die fristgerecht bis zum 13.03.2013 erhoben wurden. Die Objections betreffen die Strings „.delmonte“, „.coach“, „.academy“, „.blue“, „.direct“, „.mls“, „.merckmsd“, „.goo“, „.yellowpages“, „.diy“, „.express“, „.zone“, „.gcc“, „.rightathome“, „.gmbh“, „.song“, „.tunes“, „.eco“, „.ком“ und „.орг“ (jeweils eine Objection), „.merck“ und „food“ (jeweils zwei Objections),“.vip“ und „.now“ (jeweils fünf Objections) sowie „.music“ (sieben Objections).

new gTLD: ICANN veröffentlicht erste Ergebnisse der Initial Evaluation

25. März 2013 | Kategorien: Domains | Kein Kommentar

Die ICANN hat mitgeteilt, dass die Ergebnisse der ersten Prüfung der in der Prüfungsreihenfolge an Positionen 1 bis 30 stehenden Anträge auf Zuteilung einer neuen Top-Level-Domain veröffentlicht wurden. Es handelt sich bei diesen ausschließlich um IDN-Strings, die bei der Festlegung der Prüfungsreihenfolge bevorzugt behandelt wurden.

Die sog. Initial Evaluation kann zu folgenden Ergebnissen führen:

Pass – The evaluation panels determined that the application is consistent with the requirements in the Applicant Guidebook and can advance to the next phase of the Program.

Eligible for Extended Evaluation – The Financial, Technical/Operational, Registry Services, or Geographic Names evaluation panels determined that the application did not provide sufficient information to award a passing score. The application is eligible for extended evaluation.

Ineligible for Further Review – The DNS Stability, String Similarity, Background Screening, and/or Geographic Names evaluation panels determined that the application did not meet the relevant criteria in the Applicant Guidebook, and the application is ineligible for further review.

Alle Anträge, die bislang geprüft wurden, haben die erste Hürde genommen und ein „Pass“ erhalten.

ICANN veröffentlicht Uniform Rapid Suspension Procedure und Uniform Rapid Suspension Rules

6. März 2013 | Kategorien: Domainrecht, Domains, URS | Kein Kommentar

Nachdem mit dem National Arbitration Forum ein erster Streitbeilegungsanbieter gefunden werden konnte, hat die ICANN nun die Uniform Rapid Suspension Procedure und Uniform Rapid Suspension Rules veröffentlicht. Mit dem Uniform Rapid Suspension System (URS) sollte im Zuge der Einführung der neuen Top-Level-Domains ein weiterer Schutzmechanismus eingeführt werden, der es Markeninhabern ermöglicht, auf schnellem Weg gegen missbräuchliche Domainregistrierung und Domainbenutzung vorzugehen.

Nach § 1.2.6 der Procedure kann eine Webseite gesperrt werden, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

1.2.6 An indication of the grounds upon which the Complaint is based setting forth facts showing that the Complaining Party is entitled to relief, namely:

1.2.6.1. that the registered domain name is identical or confusingly similar to a word mark: (i) for which the Complainant holds a valid national or regional registration and that is in current use; or (ii) that has been validated through court proceedings; or (iii) that is specifically protected by a statute or treaty in effect at the time the URS complaint is filed.

a. Use can be shown by demonstrating that evidence of use – which can be a declaration and one specimen of current use in commerce– was submitted to, and validated by, the Trademark Clearinghouse)

b. Proof of use may also be submitted directly with the URS Complaint. and

1.2.6.2. that the Registrant has no legitimate right or interest to the domainname;and

1.2.6.3. that the domain was registered and is being used in bad faith.

A non-exclusive list of circumstances that demonstrate bad faith registration and use by the Registrant include:

a. Registrant has registered or acquired the domain name primarily for the purpose of selling, renting or otherwise transferring the domain name registration to the complainant who is the owner of the trademark or service mark or to a competitor of that complainant, for valuable consideration in excess of documented out-of pocket costs directly related to the domain name; or

b. Registrant has registered the domain name in order to prevent the trademark holder or service mark from reflecting the mark in a corresponding domain name, provided that Registrant has engaged in a pattern of such conduct; or

c. Registrant registered the domain name primarily for the purpose of disrupting the business of a competitor; or

d. By using the domain name Registrant has intentionally attempted to attract for commercial gain, Internet users to Registrant’s web site or other on-line location, by creating a likelihood of confusion with the complainant’s mark as to the source, sponsorship, affiliation, or endorsement of Registrant’s web site or location or of a product or service on that web site or location.

UDRP: Kein Screenshot, keine Übertragung (Sizzler USA Franchise, Inc., Sizzler International Marks, LLC and Sizzler Restaurants Group Pty Ltd. v. Kydia Incorporated, NAF Claim No. 1479049 – houstonindiansizzler.com)

5. März 2013 | Kategorien: Domainrecht, UDRP | Kein Kommentar

In einer aktuellen Entscheidung des National Arbitration Forum (NAF) wies ein Beschwerdepanel die Beschwerde einzig aus dem Grund zurück, weil der Beschwerdeführer keinen Screenshot der unter dem streitgegenständlichen Domainnamen abrufbaren Webseite vorgelegt hat (Sizzler USA Franchise, Inc., Sizzler International Marks, LLC and Sizzler Restaurants Group Pty Ltd. v. Kydia Incorporated, NAF Claim No. 1479049).

Nach § 4(b) der UDRP muss der Beschwerdeführer nachweisen, dass der Domaininhaber selbst keine Rechte oder berechtigten Interessen an dem streitgegenständlichen Domainnamen hat. Ein solcher Nachweis durch den Beschwerdeführer ist in den meisten Fällen faktisch nicht zu führen, weil dieser regelmäßig keine Kenntnis von den tatsächlichen Umständen auf Seiten des Beschwerdegegners hat. Aus diesem Grund begnügen sich die Schiedsgerichte damit, dass vom Beschwerdeführer ein Anscheinsbeweis (prima facie) gefordert wird. Sofern der Beschwerdeführer diesen erbringt (was in der Praxis unproblematisch möglich ist) verschiebt sich die Beweislast und der Beschwerdegegner muss selbst Nachweise für eigene Rechte oder berechtigte Interessen vorlegen.

Im Verfahren um den Domainnamen „houstonindiansizzler.com“ behauptete der Beschwerdeführer, der Beschwerdegegner habe keine Rechte oder berechtigte Interessen, legte jedoch noch nicht einmal einen Screenshot der Webseite vor. Der Panelist sah darin keinen Anscheinsbeweis und wies die Beschwerde alleine deshalb zurück:

Complainants contend that Respondent’s decision to use a confusingly similar domain name illustrates that Respondent’s use of the domain name has no legitimate noncommercial or fair use.  However, Complainants do not provide evidence as to the content or use of the <houstonindiansizzler.com> domain name either in the form of photographic evidence or a written description.   Based on the lack of evidence as to the use of the disputed domain name, the Panel declines to find that Respondent lacks a bona fideoffering under Policy ¶ 4(c)(i), or a legitimate noncommercial or fair use under Policy ¶ 4(c)(iii).



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